{"id":1306,"date":"2019-02-24T17:01:25","date_gmt":"2019-02-24T17:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/maxweiler.at\/?page_id=1306"},"modified":"2022-01-07T10:00:46","modified_gmt":"2022-01-07T10:00:46","slug":"das-oeffentliche-werk","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/das-oeffentliche-werk\/","title":{"rendered":"Das \u00f6ffentliche Werk"},"content":{"rendered":"\n<p>Max Weiler hat ein ungew\u00f6hnlich grosses \u00f6ffentliches Oeuvre geschaffen. Es entstand, zumeist in Innsbruck, Tirol und Linz, veranlasst durch Auftr\u00e4ge, die durch die Kirche, kommunale Einrichtungen wie Theater, Kliniken oder Schulen, aber auch durch Private gegeben wurden. Insgesamt handelt es sich um mehr als 40 Werke, von denen hier nur wenige stellvertretend vorgestellt werden. Zuvor sollte man freilich wissen, dass Weiler, als er 1945 diese \u00f6ffentliche T\u00e4tigkeit begann, die erst 1993\/94 unter anderem mit den Wandbildern f\u00fcr das Casino in Innsbruck ein Ende fand, bereits intensiv an dieser Darstellungsform gearbeitet und \u00fcber sie nachgedacht hatte. Innerhalb der \u00f6sterreichischen Jugendbewegung, der er zugeh\u00f6rte, war die Idee eines reformulierten Wandbildes, insbesondere f\u00fcr eine erneuerte Form der Liturgie aufgekommen. Weiler hatte dazu bereits Entw\u00fcrfe geliefert, eine eigene Ausdruckssprache entwickelt, ohne dass ihm die Zeitumst\u00e4nde die Chance gelassen h\u00e4tten, etwas davon zu realisieren. Immerhin war er auf grossformatige Wandbilder vorbereitet, sowohl technisch wie k\u00fcnstlerisch und geistig.<br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die Fresken in der Theresienkirche in Innsbruck, 1945-47<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als er kurz nach seiner R\u00fcckkehr aus dem Krieg 1945 den Auftrag erhielt, die Theresienkirche auf der Innsbrucker Hungerburg mit einem Dekorationsprogramm auszugestalten, konnte er an seine \u00e4lteren \u00dcberlegungen ankn\u00fcpfen. Dies geschah jetzt allerdings auf eine ganz neue Weise, die vom Erscheinungsbild seines religi\u00f6sen Fr\u00fchwerkes abwich. Um sakrale Bildthemen handelt es sich gleichwohl auch hier. Das Sujet wurde ihm vom Pfarrer des Stiftes Wilten, Dominikus Dietrich vorgegeben: in Gestalt einer Ikonographie aus der Herz-Jesu-Fr\u00f6mmigkeit, die in Tirol schon deshalb besonders aktuell geblieben war, weil das ganze Land, seit napoleonischen Zeiten dem Schutz dieses &#8220;Heiligen Herzens&#8221; anempfohlen war, ein sakrales B\u00fcndnis, das durch die Zeiten immer wieder erneuert worden ist und auch jetzt, nach \u00fcberstandenem Krieg, wieder aufleben sollte. Im Zentrum steht die auf die Mystik zur\u00fcckreichende &#8220;Imagination des Herzens Jesu&#8221;, dessen exemplarische G\u00fcte und Leidensf\u00e4higkeit die Erl\u00f6sung der Menschheit erm\u00f6glicht hatte und dessen Kr\u00e4fte dem Frommen im Gebet erschlossen werden sollten. Die Bilderfolge besteht aus einer Darstellung der &#8220;Herz-Jesu-Verehrung&#8221;, der &#8220;\u00d6lbergsszene&#8221; samt &#8220;Johannesminne&#8221; und der &#8220;Kreuzigung Christi&#8221;. Im Zentrum steht die erw\u00e4hnte &#8220;Herz-Jesu-Sonne&#8221;, ein Bild, das in einer kosmischen Bergszene die monumentale Erscheinung des gekr\u00f6nten Herzens zeigt, das von sechs Engeln gehalten wird, eine Himmelsrose von abgr\u00fcndiger Macht und geheimnisvoller Fremdheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Max Weiler, der die Freskenfolge Bild f\u00fcr Bild entwickelt hatte, geriet recht bald in das Feuer einer heftigen Kritik. Ausgel\u00f6st wurde es einmal durch die ungewohnt farbkr\u00e4ftige, fauvistische Malweise, die dem K\u00fcnstler z.B. die Freiheit gab, einem Kreuzigungsbild ein blaues Pferd einzuverleiben. Zum anderen war die Aktualisierung des Themas als anst\u00f6ssig empfunden worden. Weiler gruppierte Tiroler Bauern unter die Kreuzigungsszene und einem von ihnen gab er gar die Lanze in die Hand, die Christi Seite \u00f6ffnete. Ein Sturm der Entr\u00fcstung brach los, der Weiler sogar wegen &#8220;Herabw\u00fcrdigung des Bauernstandes&#8221; vor die Schranken des Gerichtes f\u00fchrte. Insgesamt ist dieser in den regionalen, nationalen und internationalen Gazetten ausgetragene Bilderstreit ein komplexes Ereignis gewesen, das als Symptom f\u00fcr konservative Mentalit\u00e4ten, Modernisierungsprobleme und Kunstfremdheit gedeutet werden kann. Weiler, der unter diesen Ereignissen sehr gelitten hatte, wurde dadurch freilich auch ber\u00fchmt. Die Freskenfolge, die er gesamtheitlich geplant hatte, konnte er nicht fertigstellen. Auch kirchlich verurteilt war sein Werk eine zeitlang sogar von Zerst\u00f6rung bedroht. Er verh\u00e4ngte es sicherheitshalber mit T\u00fcchern, die nach einem knappen Jahrzehnt der Beruhigung und der Gew\u00f6hnung wieder abgenommen werden konnten. Seitdem sind die zwischen 1945 und 1947 fertiggestellten Fresken wieder zu sehen. Sie repr\u00e4sentieren eines der \u00f6ffentlichen Hauptwerke Weilers und dasjenige Zeugnis, in dem sich seine zwiesp\u00e4ltige Beziehung zum Land seiner Herkunft am deutlichsten manifestierte.<br><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1900\" height=\"935\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche-Raum.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1311\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche-Raum.jpg 1900w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche-Raum-300x148.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche-Raum-768x378.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche-Raum-1024x504.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption><strong>Innenansichten in der Theresienkirche in Innsbruck<br><\/strong>(links: Ostwand; rechts: Westwand)<br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"626\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche01-1024x626.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1326\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche01-1024x626.jpg 1024w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche01-300x183.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche01-768x469.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Theresienkirche01.jpg 1900w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption>Fresken der Ostwand ca. 700 x 1800 cm<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fresko in der Friedenskirche in Linz-Urfahr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1700\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Linz-ApokalypseJohannes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1313\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Linz-ApokalypseJohannes.jpg 1700w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Linz-ApokalypseJohannes-300x212.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Linz-ApokalypseJohannes-768x542.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Linz-ApokalypseJohannes-1024x723.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption><strong>Apokalypse des Johannes, 1950\/51<br><\/strong>Fresko in der Friedenskirche in Linz-Urfahr <br>ca. 1000 x 900 cm <br>(rechts: Aufnahme von der Einweihung)<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wandmalereien im Innsbrucker Hauptbahnhof, 1954<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Auftrag f\u00fcr die Kassenhalle des Hauptbahnhofs in Innsbruck (1954\/55) schuf Weiler wiederum ein Werk gr\u00f6\u00dfter \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit. Dargestellt sind, auf zwei korrespondierenden Wandfeldern, Innsbrucks Geschichte und Innsbrucks Gegenwart. Die Werke f\u00fcgen charakteristische Bildzeichen aus der Vergangenheit und aus der zeitgen\u00f6ssischen Welt zusammen, geben dem Ankommenden oder Abreisenden gleichsam ein visuelles Res\u00fcmee des Ortes. An diesen in Silikatfarben gemalten offenen Wandbildern l\u00e4sst sich besonders gut Weilers dekorative \u00c4sthetik erfassen. Sie intendiert keine direkte Konfrontation des Betrachters, sondern sie reagiert auf die halbe Aufmerksamkeit von Menschen, die in ihre Gesch\u00e4fte vertieft sind, die vorbeigehen und sich in Bilder nicht versenken wollen. Es sind Werke, die mit einem ambulanten Blick rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wandmalereien wurden 2001 abgenommen und 2004 im neuen Innsbrucker Hauptbahnhof an prominenter Stelle wieder angebracht.<br><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1400\" height=\"906\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-hist_foto.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1314\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-hist_foto.jpg 1400w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-hist_foto-300x194.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-hist_foto-768x497.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-hist_foto-1024x663.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption>Historische Aufnahme vom Innsbrucker Bahnhof mit <em>&#8220;Innsbrucks Geschichte&#8221;, 1954<\/em><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1900\" height=\"942\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-Raum-Jetzt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1315\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-Raum-Jetzt.jpg 1900w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-Raum-Jetzt-300x149.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-Raum-Jetzt-768x381.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Bahnhof-Raum-Jetzt-1024x508.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption>Raumansichten vom neuen Innsbrucker Hauptbahnhof <br>(links <em>&#8220;Innsbrucks Geschichte, 1954&#8221;,&nbsp;rechts&nbsp;<\/em>&#8220;Innsbrucks Gegenwart, 1955&#8221;)<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Betonglasfenster der Kapelle der Eucharistieschwestern in Salzburg-Herrnau,&nbsp;1959<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"508\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Kirche-Herrnau_innen-aussen-1-1024x508.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1328\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Kirche-Herrnau_innen-aussen-1-1024x508.jpg 1024w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Kirche-Herrnau_innen-aussen-1-300x149.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Kirche-Herrnau_innen-aussen-1-768x381.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Kirche-Herrnau_innen-aussen-1.jpg 1890w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption><strong>Kapelle der Eucharistieschwestern in Salzburg-Herrnau: &#8220;Das Lamm gleich wie geschlachtet&#8221;, 1959<br><\/strong>Betonglasfenster <br>500 x 800 cm<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wandmalereien im Gro\u00dfen Stadtsaal in Innsbruck, 1960<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1900\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Stadtsaal2-03.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1319\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Stadtsaal2-03.jpg 1900w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Stadtsaal2-03-300x189.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Stadtsaal2-03-768x485.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Weiler_Stadtsaal2-03-1024x647.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 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\/><figcaption><strong>Wandmalerei im Gro\u00dfen Stadtsaal in Innsbruck, rechte Seite, 1960<br><\/strong>Raumansicht Stadtsaal Silikatfarben auf Kalkputz 270 x 2825 cm<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Eisener Vorhang im Tiroler Landestheater in Innsbruck, 1967<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anders war die Situation beschaffen, die Weiler antraf, als er beauftragt wurde den &#8220;Eisernen Vorhang des Tiroler Landestheaters in Innsbruck&#8221; zu bemalen (1967). Der Blick aus dem Zuschauerraum erfasst die Stirnwand in jedem Falle schon wie ein statisches Bild. Das Gem\u00e4lde, das eine frei imaginierte apokalyptische Naturszene entfaltet, hat Weiler mit einem komplizierten Titel versehen, der sich wie eine kurzgefasste Inhaltsangabe liest. Er lautet:&nbsp;&#8220;Speiche des blutigen Schicksalsrades dreht um die dunkle Sonne. Landschaftstr\u00fcmmer, Landschaftsfiguren und prophetische Gestalt.&#8221;&nbsp;Mit der zuletzt erw\u00e4hnten Prophetenfigur setzte Weiler seinem alten Innsbrucker Freund Ludwig von Ficker ein Zeichen der Erinnerung. In den Tagen der Fertigstellung war er gestorben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade dieses Werk belegt auch die enge Verkn\u00fcpfung der \u00f6ffentlichen Bilder mit Weilers sonstiger k\u00fcnstlerischer Entwicklung. Der Eiserne Vorhang ist auch eine Art Res\u00fcmee dessen, was der K\u00fcnstler unter dem Stichwort und Titel &#8220;Wie eine Landschaft&#8221; zwischen 1961 und 1967 geschaffen hatte. Weiler hat dieses Werk von etwa 110 Quadratmetern Fl\u00e4che bereits in verschiedene Teilfl\u00e4chen aufgeteilt, in seinem Wiener Atelier an der Akademie der bildenden K\u00fcnste gemalt, wohin er 1964 berufen worden war.<br><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"686\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/TirolerLATH09_Weiler-1024x686.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1329\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/TirolerLATH09_Weiler-1024x686.jpg 1024w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/TirolerLATH09_Weiler-300x201.jpg 300w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/TirolerLATH09_Weiler-768x515.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/TirolerLATH09_Weiler.jpg 1790w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption><strong>Eiserner Vorhang im Tiroler Landestheater: Speiche des blutigen Schicksalsrades dreht um die dunkle Sonne. Landschaftstr\u00fcmmer, Landschaftsfiguren und prophetische Gestalt, 1967<\/strong><br>Eitempera auf Leinwand auf Eisen geklebt <br>977 x 1211<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Deckengem\u00e4lde in der Pfarrkirche in Mayrhofen, 1971<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Zeichen aus der Ferne repr\u00e4sentiert die &#8220;Rose von Jericho&#8221;, die Weiler 1971 im Auftrag der Pfarrkirche von Mayrhofen in Tirol gemalt hatte. Das Sujet stammt aus der Ikonographie der Rose von Jericho, einer Pflanze des Heiligen Landes, die wieder ergr\u00fcnt, wenn man das Nest ihrer abgestorbenen Bl\u00e4tter in Wasser legt. Als nat\u00fcrlicher Hinweis auf die Auferstehung war dieses Naturzeichen in der Volksfr\u00f6mmigkeit gebr\u00e4uchlich und popul\u00e4r geworden. Weiler macht daraus ein monumentales Deckenbild. Aus dem Rund der Blattwerkes steigt eine rote, fast abstrakte Form auf, die an das mysteri\u00f6se Herz der Liebe erinnert, das Weilers Thema in der Theresienkirche gewesen war.<br><br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"841\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rose-von-Jericho.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1322\" srcset=\"https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rose-von-Jericho.jpg 841w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rose-von-Jericho-210x300.jpg 210w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rose-von-Jericho-768x1096.jpg 768w, https:\/\/maxweiler.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Rose-von-Jericho-718x1024.jpg 718w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 99vw, (max-width: 1000px) 99vw, (max-width: 1071px) 99vw\" \/><figcaption><strong>Rose von Jericho, Deckenbild in der Pfarrkirche von Mayrhofen, 1971<br><\/strong>Eitempera auf Leinwand auf Kalkputz geklebt <br>650 x 650 cm<br><br><br><br><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Vollst\u00e4ndige Liste aller \u00f6ffentlichen Werke Max Weilers:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1932<br>Burg Petersberg bei Silz. Erste Wandmalereien, zerst\u00f6rt<br><\/p>\n\n\n\n<p>1937<br>Weltausstellung in Paris. \u00d6sterreich-Kapelle des p\u00e4pstlichen Pavillons: &#8220;Bund im Blut des Sohnes&#8221;, Glasfenster, 100 x 300 cm, zerst\u00f6rt<br><\/p>\n\n\n\n<p>1945\u201347<br>Theresienkirche in Innsbruck\/Hungerburg: &#8220;Verehrung des Herzens Jesu&#8221;, 1946, Fresko, ca. 700 x 765 cm; &#8220;Johannesminne und \u00d6lberg&#8221;, 1947, Fresko, ca. 700 x 595 cm; &#8220;Herz-Jesu-Sonne&#8221;, 1947, Fresko, ca. 700 x 665 cm; &#8220;Lanzenstich&#8221;, 1947, Fresko, ca. 700 x 580 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1949<br>Volksschule in Gallzein, Wandmalerei, 350 x 450 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1950<br>Hauptschule in Wattens: &#8220;Baum des Lebens&#8221;, Sgraffito, ca. 500 x 470 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1950\/51<br>F\u00fcnf Bildst\u00f6cke an der Haller Stra\u00dfe (Innsbruck bis Hall i. T.): &#8220;Die Glorreichen Rosenkranzgeheimnisse&#8221;, Keimsche Mineralfarben\/Eternit, je ca. 90 x 60 cm Volksschule in Kitzb\u00fchel: &#8220;Die vier Jahreszeiten&#8221;, Keimsche Mineralfarben,ca. 700 x 600 cm Friedenskirche in Linz-Urfahr: &#8220;Apokalypse des Johannes&#8221;, Fresko, ca. 1000 x 900 cm Bauernhaus in Grins bei Landeck: &#8220;Margarete Maultasch&#8221;, Fresko, ca. 250 x 200 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1952<br>Kapelle des Magnesitwerkes in Lanersbach: &#8220;Schutzengel mit Arbeiter&#8221;, Fresko, ca. 200 x 380 cm Knabenhauptschule in Hall i. T.: &#8220;Kaiser Maximilian&#8221;, Fresko, 550 x 520 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1953<br>Wohnhaus Dr. Zecha in Innsbruck-Mentlberg: &#8220;Engel im Garten&#8221;, Keimsche Mineralfarben, ca. 250 x 400 cm Speisesaal im ehemaligen Hotel Tyrol in Innsbruck: &#8220;Erzherzog Ferdinand II. und Philippine Welser auf Schlo\u00df Ambras&#8221;, Silikatfarben auf Kalkputz, ca. 420 x 670 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1954<br>Hofg\u00e4rtnerei in Innsbruck: &#8220;Luft- und Pflanzenwesen&#8221;, Silikatfarben auf Kalkputz, 300 x 425 cm Medizinische Universit\u00e4tsklinik in Innsbruck: &#8220;Fr\u00f6hliche Komposition&#8221;, Glassteinmosaik, 110 x 140 cm; &#8220;Tobiaserz\u00e4hlung&#8221;, Glassteinmosaik, 140 x 215 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1954\/55<br>Kassenhalle des Hauptbahnhofes in Innsbruck: &#8220;Innsbrucks Geschichte&#8221;, 1954, Keimsche Mineralfarben, 600 x 1000 cm; &#8220;Innsbrucks Gegenwart&#8221;, 1955, Keimsche Mineralfarben, 800 x 1200 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1955<br>Wohnhaus in W\u00f6rgl: &#8220;Tanzende Kinder&#8221;, Sgraffito<br><\/p>\n\n\n\n<p>1956<br>Gasthof Brein\u00f6\u00dfl in Innsbruck: &#8220;Landschaft&#8221;, Mosaiks\u00e4ule, ca. 200 cm hoch Hotel Clima-Hiesmayr in Innsbruck: Mosaik aus Spalt- und Keramikplatten,ca. 850 x 500 cm Rettungsheim in Hall i.T.: Steinmosaik Wohnhaus in Innsbruck-Pradl: Steinmosaik<br><\/p>\n\n\n\n<p>1958<br>Viehhof in Imst: &#8220;Arma Christi mit Stier&#8221;, Mosaik aus glasierten Keramikplatten, ca. 700 x 600 cm Gedenks\u00e4ule Hofrat Menardi, Brennerstra\u00dfe bei Matrei a.Br.: &#8220;Figuren und Tiroler Kirchen&#8221;, Mosaik, ca. 300 cm hoch Wohnhaus in Innsbruck-Innrain: Betonglas-fenster, 150 x 155 cm Universit\u00e4ts-Augenkinderklinik in Innsbruck: Wand- und Deckenmalerei, Eitempera<br><\/p>\n\n\n\n<p>1959<br>Kapelle der Eucharistieschwestern in Salzburg-Herrnau: &#8220;Das Lamm gleich wie geschlachtet&#8221;, Betonglasfenster, 500 x 800 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1960<br>Bundesrealgymnasium in Lienz, Vordachwand: Keramikplatten, 203 x 659 cm Gro\u00dfer Stadtsaal in Innsbruck: Zwei Wandfriese, Keimsche Mineralfarben, je 270 x 2825 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1961\/62<br>Kirche Maria am Gestade in Innsbruck-Sieglanger: &#8220;Als alle Dinge\u2026&#8221;, Betonglasfenster, 320 x 2800 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1964<br>Tiroler Studentenheim in Wien-Neuwaldegg: Wandmalerei, Keimsche Mineralfarben\/Kalkputz, 650 x 250 cm Bank f\u00fcr Tirol und Vorarlberg in Mayrhofen: Wandmalerei, Keimsche Mineralfarben\/Kalkputz, 650 x 450 cm Wohnhaus in Hall i.T.: Sgraffito, 725 x 490 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1966<br>Pfarrkirche in Uettingen, Deutschland:Glasfenster, 250 x 250 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1967<br>Tiroler Landestheater in Innsbruck: Eiserner Vorhang, Eitempera\/Leinwand auf Eisen geklebt, 1000 x 1100 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1971<br>Pfarrkirche in Mayrhofen: &#8220;Rose von Jericho&#8221;, Eitempera\/Leinwand auf Kalkputz geklebt, 650 x 650 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1985<br>Raiffeisenbank in Lienz: &#8220;Fr\u00f6hliche Landschaft&#8221;, Eitempera\/Leinwand, 225 x 600 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1986<br>Universit\u00e4ts-Augenkinderklinik in Innsbruck: &#8220;M\u00e4rchenhaft&#8221;, Eitempera\/Leinwand, 123,5 x 232,5 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1987<br>Girozentrale in Wien: &#8220;Welt des Wachstums&#8221;, Eitempera\/Leinwand, 380 x 360 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1990<br>Salzburger Landesausstellung: H\u00f6rraum 4 in der Ausstellung &#8220;Mozart \u2013 Bilder und Kl\u00e4nge&#8221;: &#8220;Wie eine Symphonie&#8221;, 1990, Eitempera\/Leinwand, 500 x 630 cm. Seit Juli 2008 als Dauerleihgabe im Karl-B\u00f6hm-Saal des Festspielhauses in Salzburg.<br><\/p>\n\n\n\n<p>1992\/93<br>Casino Innsbruck: &#8220;Freudige Komposition&#8221;, 1992, Eitempera\/Leinwand, 300 x 600 cm; &#8220;Goldregen und schwarzer Baum&#8221;, 1993, Eitempera\/Leinwand, 300 x 600 cm; &#8220;Introduktion&#8221;, 1993, Eitempera\/Leinwand, 300 x 600 cm<br><\/p>\n\n\n\n<p>1994<br>Landwirtschaftliche Bundesanstalten in Hirschstetten bei Wien: &#8220;Vom Leben eines Bauern&#8221;, Eitempera\/Leinwand, 210 x 660 cm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Max Weiler hat ein ungew\u00f6hnlich grosses \u00f6ffentliches Oeuvre geschaffen. Es entstand, zumeist in Innsbruck, Tirol und Linz, veranlasst durch Auftr\u00e4ge, die durch die Kirche, kommunale Einrichtungen wie Theater, Kliniken oder Schulen, aber auch durch Private gegeben wurden. Insgesamt handelt es sich um mehr als 40 Werke, von denen hier nur wenige stellvertretend vorgestellt werden. Zuvor &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/das-oeffentliche-werk\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Das \u00f6ffentliche Werk&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1306","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1306"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1535,"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1306\/revisions\/1535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maxweiler.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}